Reform der Studienbeihilfen: Es besteht noch erheblicher Nachbesse-rungsbedarf

By | August 6, 2013

Die Union Nationale des Etudiant-e-s du Luxembourg (UNEL) und die Luxembourg University Stu-dents’ Organisation (LUS) trafen sich zu Anfang des Jahres mehrmals mit Hochschulminister Claude Meisch um über die Reform der Studienbeihilfen zu verhandeln. UNEL und LUS hoffen, dass die verbleibende Zeit dafür genutzt wird, um das Reformprojekt weiterhin im Dialog mit den Studieren-denvertretern zu überarbeiten. Denn es besteht noch erheblicher Nachbesserungsbedarf.

Das vorgestellte Reformmodell entspricht zwar dem Anschein nach dem von der UNEL schon 2010 geforderten Modell: Es kombiniert verschiedene Säulen, eine universelle, eine Mobilitätsunterstüt-zung und eine zusätzliche soziale gestaffelte Komponente. “Doch verfolgt diese Reform bedauerli-cherweise primär das Ziel der Kosteneinsparung”, bedauert Pol Reuter, Präsident der UNEL.

UNEL und LUS bemängeln, dass die Mobilitätsunterstützung nur dann ausgezahlt wird, wenn der Studierende eine Universität im Ausland besucht, unabhängig von den Lebenskosten für die mietzah-lenden Studierenden. So würden sowohl in Luxemburg ansässige Studierende auf der Uni.lu, als auch die große Mehrheit der Studierenden aus Pendlerhaushalten von diesem Teil der Beihilfen ausge-schlossen.

Zudem kritisieren die beiden Studierendenorganisationen, dass bei der sozialen Staffelung Faktoren wie die Anzahl der unterhaltsberechtigten Kinder nicht mit einbezogen werden. Dies erzeugt noch mehr finanziellen Druck auf Familien, die durch mehrere Kinder schon beträchtlich mehr Ausgaben haben.

Die Studierendenorganisationen bedauern, dass die Regierung die Kosten für Bildung nicht als un-entbehrliche und sinnvolle Investition für den Staat ansieht, sondern vielmehr als Ausgabe, die für die Studierende ein Luxus bereitstellt und demnach so niedrig wie möglich gehalten werden muss. Im internationalen Vergleich gibt Luxemburg sogar eher wenig für die Hochschulbildung aus, da nur eine Universität finanziert werden muss und die meisten Studierende ihr Studium im Ausland absol-vieren.

“Wir sind bereit den Dialog mit dem Ministerium fortzusetzen und gemeinsam mit den Parlamenta-riern auf eine bessere Umsetzung der Reform hin zu arbeiten. Die beiden Organisationen sind dabei stets auf der Seite der Studierenden, die für eine faire und nachhaltige Lösung in der Frage der Stu-dienfinanzierung eintreten.”, so abschließend Pol Reuter.

Union Nationale des Etudiant-e-s du Luxembourg (UNEL)
Luxembourg University Students’ Organisation (LUS)